Agrarpolitik in der EG — Markt oder Lenkung?: Die Ursachen by Willem Günnemann

By Willem Günnemann

(1) Entgegen einer weitverbreiteten Auffassung hatte die Integration des Agrarsektors in den Gemeinsamen Markt keine Primarfunktion, sondern sie conflict eine notwendige Erganzung und Folge der in anderen Sektoren bereits weiter fortgeschrittenen Vereinheitlichung der Markte (vgl. S. three ff.). Die heutige scenario auf dem Agrarsektor der EG entspricht in wesent lichen Teilbereichen nicht den im EWGV festgelegten Zielen und Grundsatzen. Nur in einem Bruchteil der landwirtschaftlichen Betriebe werden Einkom males erwirtschaftet, die denen vergleichbarer Berufe entsprechen bzw. sogar erheblich ubersteigen. In den einzelnen Mitgliedslandern der EG schwankt der Anteil dieser Betriebe zwischen rd. 12 % in der BRD und knapp 30 % .in Frankreich (vgl. Tabelle 1, Seite 19). Werden nur die Vollerwerbsbetriebe berucksichtigt, so erreichen von diesen in der BRD in den Wirtschaftsjahren 1976/77 und 1977/78 nur knapp 22 % das Ver9leichseinkommen (vgl. S. 23). Fur die Gruppe der Marktfruchtbetriebe der BRD ergab sich fur das Wirt schaftsjahr 1977/78 ein Verhaltnis von 1: 34 zwischen den durchschnitt lichen Einkommen des unteren und oberen Einkommensviertels (vgl. Seite 22). Es kommt noch hinzu, dass sich die intrasektoralen Einkommensdiskrepanzen der Landwirtschaft langfristig weiter verscharfen. Dies vor allem dann, wenn globale Forderungsmassnahmen der EG oder der Einzelstaaten angewandt werden. Es ist deshalb auch ungerechtfertigt, wenn von einer "durchschnitt lichen" Einkommenssituation oder -entwicklung ausgehend Preis- und Einkom mensforderungen gestellt werden bzw. die Lag e der L a n - wir t s c h a f t beschrieben wir

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Quelle: Eigene Berechnungen aus 218: Fachserie M (vgl. Fußnote 1) dieser Tabelle) mehrere Jahrgänge ab 1954 und 219, mehrere Jahrgänge sowie 227, mehrere Jahrgänge und Wirtschaftszahlen in 156, mehrere Jahrgänge. Indexangaben wurden umbasiert auf 1950 = 100. - 31 (= 22,5 Mrd. ERE bei 1 ERE = DM 2,50) ausgegeben (vgl. EG-Bericht 1979, s. 133). 1977 ware~ es noch 20,3 Mrd. ERE (vgl. EG-Bericht 1978, S. 155). Das wären bei rund 260 Mio Einwohnern in der EG DM 216,35 je Einwohner. Es wäre allerdings falsch, diese Kosten für die Agrarmarktregulierung lediglich als eine Unterstützung der Landwirte oder gar als reine Einkommenshilfe für die Landwirte zu sehen, wie dies oft in der öffentlichkeit geschieht.

Aus dem nachfolgenden Schaubild 3 geht dies bezUglich des langfristigen Größenwachstums landwirtschaftlicher Betriebe explizit hervor. Die Verteuerung der Arbeitskraft, die mit der zunehmenden Industrialisierung im vorigen Jahrhundert einherging (vgl. Abel, 1, S. 268) fUhrte dazu, daß zunächst die Zahl der Großbetriebe - wegen ihres hohen Anteils an familienfremden Arbeitskräften und ihres Unvermögens, sich auf neue Produktionsverfahren umzustellen- zugunsten kleinerer Betriebe abnahm. Die Zahl der kleineren und mittleren Betriebsgrößenklassen wuchs wahrscheinlich auch durch Auf teilung von Großbetrieben.

Hierzu auch Tabelle 1, letzte Zeile). 512 Betrieben aber nur 10,5 % der Gesamtzahl landwirtschaftlicher Betriebe und nur 17,2 % der Haupterwerbsbetriebe aus (vgl. Agrarbericht 1979, S. 13, übersicht 7). Auch wenn man die Zuerwerbsbetriebe ausklammert, weil sich diese bereits eine außerlandwirtschaftliche Einkommensquelle erschlossen haben (die naturgemäß überwiegend sehr konjunkturabhängig ist), so sind es immerhin nur 21,9 % aller Vollerwerbsbetriebe, die das vergleichbare Einkommen erreichen; und dies - wohlgemerkt - auf der Grundlage von Buchführungsergebnissen, bei denen fraglos auch noch die oberen Einkommensgruppen dominieren.

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