Aufruhr in der Kasbah. Krisenherd Algerien by Peter Scholl-Latour

By Peter Scholl-Latour

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Antoine Bloye

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Historical, Literary and Cultural Approach to the Korean Language

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Auch er betonte immer wieder, daß die einzige arbeitende Schicht in Algerien sich aus Berbern zusammensetze. Die Araber seien von Natur aus faul, man könne sie nur mit dem Knüppel regieren. Den neuen improvisierten Staatschef Mohammed Boudiaf bezeichnete er als einen senilen Holzkopf. Für die Oligarchie der FLN-Partei empfand er nur Verachtung und Feindschaft. Die führende Schicht der Volksrepublik sei seit dreißig Jahren durch schamlose Geschäftemacherei 40 diskreditiert, durch eine Art Mafia-Struktur, die man hier mit dem Wort »Trabendo« bezeichne.

Die Ältesten mochten vierzehn Jahre alt sein. Sie hatten wohl 59 ebenfalls auf revolutionäre Unruhen, auf die angekündigte Prozession der Fundamentalisten gewartet und schienen um ein Abenteuer betrogen. Diese Knaben hätte man zur französischen Zeit als »ya ouled« bezeichnet. Der Zwölfjährige, den ich ansprach, erschien mir in dieser revolutionären Stimmung wie ein maghrebinischer »gavroche«, ein nach Algier verschlagener Straßenjunge aus der Romanwelt Victor Hugos. Nein, der Protestmarsch der FIS fände nicht statt, versicherte er mir mit sichtlicher Enttäuschung.

In Toledo sei es üblich gewesen, daß in Zeiten der Christenherrschaft die Muslime vor die Stadtmauern verbannt wurden; sobald die Korangläubige wieder die Oberhand hatten, zogen die Christen in diese Außenbezirke ab. Wirklich duldsam sei der Islam in jenen verklärten Tagen des iberischen Mittelalters nur gewesen, wenn man ihn an der inquisitorischen Folter, an der repressiven Religiosität des christlichen Abendlandes gemessen hätte. Unter dem Kreuz 49 seien die Existenzbedingungen für Israeliten und Muselmanen unendlich prekärer gewesen.

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